Was ist der CRI Farbwiedergabe-Index?

Was der Farbwiedergabeindex angibt

Der Farbwiedergabeindex – CRI für Color Rendering Index – beschreibt, wie natürlich eine künstliche Lichtquelle die Farben eines Gegenstands wiedergibt. Referenz ist das Tageslicht mit einem Wert von 100. Je weiter eine Lampe darunter liegt, desto stärker verschiebt sie Farbtöne: Rot wirkt stumpf, Hauttöne wirken fahl, feine Farbunterschiede verschwinden.

Seit Glühlampen von Energiespar- und LED-Leuchtmitteln abgelöst wurden, ist die Angabe für Verbraucher wichtig geworden. Die Glühlampe gab Farben praktisch perfekt wieder, weil sie ein durchgehendes Spektrum abstrahlt. LEDs erzeugen ihr Licht auf anderem Weg und können Lücken im Spektrum haben.

Wie der Ra-Wert gemessen wird

Ein Spektrometer misst, wie die Testlichtquelle acht genormte Referenzfarben wiedergibt, und vergleicht das Ergebnis mit dem Referenzlicht. Aus den acht Einzelwerten R1 bis R8 wird der Mittelwert gebildet – das ist der allgemeine Farbwiedergabeindex Ra, wobei das „a“ für allgemein steht.

Wichtig zu wissen: Gesättigtes Rot, der Wert R9, fließt in diesen Mittelwert nicht ein. Zwei Lampen mit demselben Ra können Rottöne deshalb unterschiedlich gut darstellen. Überall dort, wo Rot zählt – Hauttöne, Lackfarben, farbige Litzen –, lohnt der Blick auf R9, sofern er angegeben ist.

Einordnung der Werte

  • Ra ab 90 – sehr gute Farbwiedergabe
  • Ra 80 bis 89 – gute Farbwiedergabe, für die meisten Arbeiten ausreichend
  • Ra unter 80 – nicht empfehlenswert, wenn Farben beurteilt werden

Typische Werte verschiedener Leuchtmittel

Leuchtmittel Ra-Wert
Glühlampe ≈ 100
Halogenlampe ≈ 98
Weiße LED ≈ 70–95
Leuchtstofflampe ≈ 50–90
Quecksilberdampf-Hochdrucklampe ≈ 45–50
Schwarzlicht ≈ 0

Warum die Farbwiedergabe an einer Lupenlampe zählt

Eine Lupenlampe vergrößert nicht nur – sie ist auch die Lichtquelle, unter der beurteilt wird. Beim Nageldesign entscheidet sie darüber, ob der angemischte Farbton später bei Tageslicht noch stimmt. In der Kosmetik geht es um Hauttöne. Beim Löten hilft eine gute Farbwiedergabe, Widerstandsringe und farbige Adern sicher zu unterscheiden, beim Bemalen von Miniaturen um feine Abstufungen.

Wer dagegen vor allem Konturen erkennen muss – Lesen, Montieren, Kanten prüfen –, kommt mit einem Ra um 80 gut zurecht. Wer Farben beurteilt, sollte den höheren Wert wählen.

CRI und Farbtemperatur nicht verwechseln

Beide Angaben beschreiben Licht, aber Verschiedenes. Die Farbtemperatur in Kelvin sagt, ob das Licht warm oder kühl wirkt. Der CRI sagt, wie echt Farben darunter aussehen. Ein Licht kann tageslichtweiß und trotzdem farbschwach sein.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Achten Sie zuerst darauf, dass der Ra-Wert überhaupt genannt wird – fehlt die Angabe, ist das selten ein gutes Zeichen. Beurteilen Sie ihn zusammen mit Helligkeit und Lichtfarbe, nicht isoliert: Sehr helles Licht mit schwacher Farbwiedergabe ermüdet die Augen schneller, als es die Lumenzahl vermuten lässt. Die Werte der einzelnen Lumeno-Serien stehen in den technischen Daten auf der jeweiligen Produktseite.

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